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Dass die gesetzliche Pflegeversicherung in ihrer heutigen Form keine Zukunft hat, ist allgemein bekannt. Auch die Pflegereformen von 2010, 2016 und das Pflegestärkungsgesetz von 2017 haben daran im Kern wenig geändert und werden auch in Zukunft keine große qualitative Erneuerung bringen. Privatvorsorge tut Not, will man nicht seine Kinder ins Unglück stürzen, falls man selbst ein Pflegefall wird.

Wie es tatsächlich um die Finanzierung dieser wichtigen Säule der Sozialversicherung steht, wie sich der Beitragssatz für die gesetzliche Pflegeversicherung in Zukunft verändern muss, um die stark zunehmende Zahl von Pflegebedürftigen finanzieren zu können, wurde bisher nicht ausreichend offen gelegt. Selbst bei ernsthafter Betrachtung sind Werte von über vier Prozent Beitragserhöhung, schrittweise in den nächsten zehn bis dreißig Jahren, zu erwarten.

Die geringe Geburtenrate und die zunehmende Lebenserwartung werden sich von Jahr zu Jahr stärker negativ auswirken. Durch die Einbeziehung von Demenzkranken verschärft sich die Situation zusätzlich.

Pflegebedürftigkeit aus Sicht der Betroffenen und ihrer Angehörigen wird zunehmend zu einem sozialen „Dauerthema“, da durch die angespannte Arbeitsmarktsituation kaum Freiräume für die Pflege naher Angehöriger bleibt – und dann das Geld für den eigenen Lebensunterhalt auch nicht mehr reicht.

Nach unterschiedlichsten Berechnungen werden die so genannten Pflegelücken, die sich aus der Differenz zwischen den festgeschriebenen Pflegesätzen in den einzelnen Pflegegraden und den tatsächlichen Kosten im Pflegefall ergeben, von heute bereits über 50 Prozent – in den kommenden Jahrzehnten auf bis ca. 90 Prozent steigen. Bei der Entscheidungsfindung für eine Pflegeabsicherung zählen vor allem dauerhaft stabile Beiträge, Beitragsfreistellungen im Pflegefall sowie der Verzicht von Risikozuschlägen, Warte – und Karenzzeiten.

Wichtig ist zu aller erst, die finanzielle Absicherung über die Pflegegrade 4 und 5 – als „Katastrophendeckung“, weil hier – bei der Einstufung in die Pflegegrade 4 und 5 – an das Vermögen von Verwandten in gerader Linie (ausgenommen Schonvermögen) vom Staat heran gegangen wird (es gilt § 1601 BGB – Unterhaltsverpflichtete):
Verwandte in gerader Linie sind verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren – 
während die Pflegegrade 1 bis 3 im Zweifelsfall noch nach individuellen Wünschen berücksichtigt werden können.

In den meisten Fällen befassen sich viele Leute erst ab einem Alter von etwa 50 Jahren ernsthaft mit dem Thema Pflegeversicherung, da vorher die allgemeine Altersvorsorge zum Vermögensaufbau im Vordergrund steht und auch die Zukunftsunsicherheit hinsichtlich des eventuell eintretenden eigenen Pflegefalles ganz bewusst verdrängt wird – „mich wird es nicht betreffen – und wenn, dann bleibt ja  die „Grundsicherung“ vom Staat (diese, bedingt durch jährliche Inflation – ist dann wenig wert!)“.

Unser Appell an Sie, warten Sie nicht, bis es zu spät ist, handeln Sie für sich, für Ihre Eltern bzw. auch für Ihre Kinder.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Pflegebedürftigkeit und Sozialhilfe?

  • Zugriff auf Ersparnisse der engsten Familienmitglieder (1. Grades, also Eltern, Kinder und Ehepartner – auch geschiedene Ehepartner)
  • § 91 Abs. 1 Bundessozialhilfegesetz
  • Vorleistung durch das Sozialamt
  • Unterhaltspflicht von Ehegatten gemäß § 1360 ff. BGB
  • Weiterhin Unterhaltspflicht durch Kinder, Enkel, Eltern gemäß § 1601 ff. BGB
  • es werden dabei Selbstbehalte und erhöhter Aufwand, z. B. für ein Eigenheim, berücksichtigt
  • dennoch: Gefahr der partiellen Verarmung der Kinder- und Enkelgeneration

Bundessozialhilfegesetz
In der Fassung des Gesetzes zur Einordnung des Sozialhilferechts in das Sozialgesetzbuch vom 27. Dezember 2003 (BGBl. I S. 3022)

§ 91
Übergang von Ansprüchen gegen einen nach bürgerlichem Recht Unterhaltspflichtigen

(1) Hat der Hilfeempfänger für die Zeit, für die Hilfe gewährt wird, nach bürgerlichem Recht einen Unterhaltsanspruch, geht dieser bis zur Höhe der geleisteten Aufwendungen zusammen mit dem unterhaltsrechtlichen Auskunftsanspruch auf den Träger der Sozialhilfe über. Der Übergang des Anspruchs ist ausgeschlossen, soweit der Unterhaltsanspruch durch laufende Zahlung erfüllt wird. Der Übergang des Anspruchs ist auch ausgeschlossen, wenn der Unterhaltspflichtige zum Personenkreis des § 11 Abs. 1 oder des § 28 gehört oder der Unterhaltspflichtige mit dem Hilfeempfänger im zweiten oder in einem entfernteren Grade verwandt ist; gleiches gilt für Unterhaltsansprüche gegen Verwandte ersten Grades einer Hilfeempfängerin, die schwanger ist oder ihr leibliches Kind bis zur Vollendung seines 6. Lebensjahres betreut. § 90 Abs. 4 gilt entsprechend.

Hier finden Sie Informationen, welche Summen in Ihrer Region für einen Pflegeplatz zu zahlen sind:

                                                                         Pflegeheimnavigator

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